Im Gespräch mit Christian Mahnke, Bereichsleiter IT

Ansprechpartner:in

Christian Mahnke
christian.mahnkenoSpam@sitnoSpam.nrw

Quo Vadis:

Strukturangleichung und erhöhte Sicherheit

 

Nach dem Cyberangriff 2023 wurde mit großem Aufwand die IT-Infrastruktur wiederhergestellt. Wie blickt die SIT auf diese Phase zurück?

Diese Phase war entscheidend für die Stabilisierung der gesamten IT-Landschaft und ein Gemeinschaftswerk vieler Beteiligter. Mein Vorgänger, Christian von Grone, hat als Interim Manager über eineinhalb Jahre hinweg die IT begleitet und den Wiederanlauf maßgeblich gesteuert. Unter seiner Führung wurden die Server- und Netzwerkinfrastrukturen systematisch wieder aufgebaut. 

Gleichzeitig haben zahlreiche Mitarbeitende der SIT mit großem Engagement und hoher Einsatzbereitschaft daran gearbeitet, den Betrieb Schritt für Schritt wiederherzustellen. Auch auf Kundenseite haben viele Verantwortliche intensiv mitgewirkt, pragmatisch entschieden und gemeinsam Lösungen ermöglicht.

Dieser Prozess wurde im Verlauf des Jahres 2024 erfolgreich abgeschlossen und hat die Betriebsfähigkeit der kommunalen IT-Landschaft gesichert. Ich selbst bin seit wenigen Wochen an Bord und kann meine Eindrücke daher aus einer frischen Perspektive schildern.


Welche Themenfelder rücken für Sie aktuell besonders in den Fokus?

Aus der bisherigen Beschäftigung mit den Strukturen und Abläufen ergibt sich ein erstes Bild über zentrale Handlungsfelder, die für die zukünftige Weiterentwicklung unserer Infrastruktur und Services besonders relevant sind. Dazu zählen vor allem:

  • Netzwerkstrukturen und
    Segmentierung
  • Richtfunk- und Glasfasernetze
  • Nutzung zentraler Dienste wie Firewalls, Proxys und Internet-Breakout
  • Arten der Bereitstellung von Fachverfahren, die bei der SIT gehostet werden
  • Userverwaltung, Authentifizierung und Autorisierung

Daneben gibt es weitere infrastrukturelle und organisatorische Fragestellungen, die wir uns systematisch anschauen werden.


Wie weit ist die SIT in der Bearbeitung dieser Themen?

Gemeinsam mit unseren Kunden beleuchten wir die Anforderungen in einer Analyse- und Planungsphase. Ein wesentliches Ziel der nächsten Monate wird es sein, diese Erkenntnisse zu strukturieren und in eine übergreifende Gesamtplanung zu überführen. Diese soll eine abgestimmte Grundlage für weitere Schritte bilden und perspektivisch in einen Projektauftrag münden, der im Zweckverband verabschiedet werden kann.


Welche Rolle spielt ,NEO.LAN" in diesem Zusammenhang?

„NEO.LAN" ist als zentrales Handlungsfeld für die zukünftige Ausrichtung gedacht. Ziel ist es, langfristig eine stärker segmentierte, vereinheitlichte und sicherheitsorientierte Netzstruktur zu schaffen. Im Kern geht es darum, die Netze der einzelnen Kommunen technisch klarer voneinander abzugrenzen und gleichzeitig flexible Strukturen zu ermöglichen. Damit werden Sicherheit, Skalierbarkeit und langfristige Leistungsfähigkeit verbessert.


Gibt es bereits konkrete Maßnahmen oder Zeitpläne?

Ja. Wobei es da weniger um schnelle Einzelmaßnahmen, sondern vor allem um die Entwicklung und Umsetzung eines Gesamtkonzeptes geht, das wir eng abstimmen. Wir bewegen uns in einer über viele Jahre gewachsenen Infrastruktur mit zahlreichen Abhängigkeiten. Für den Erfolg ist entscheidend, dass die richtigen Schritte in der passenden Reihenfolge geplant und umgesetzt werden. 

Das ist mit Gesamtkonzept gemeint. Wichtig ist, dass wir Maßnahmen nicht isoliert starten, ohne den Gesamtkon-text ausreichend berücksichtigt zu haben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass wir Strukturen aufbauen, die wir später wieder anpassen oder zurückbauen müssten.

Unser Ziel ist ein geordnetes, nachvollziehbares Vorgehen, das langfristig trägt.


Welche Rolle spielen die Mitarbeitenden der SIT in diesem Prozess?

Eine sehr zentrale. Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen bringen ihre Erfahrungen und Perspektiven aktiv ein. Diese Vielfalt an Wissen und Praxisnähe ist eine große Stärke und entscheidend, um zukünftige Strukturen realistisch und tragfähig zu gestalten.

Meine Rolle verstehe ich dabei vor allem als Koordinator und Impulsgeber, nicht als Mikromanager. Es geht darum, Kompetenzen zu bündeln und gemeinsam die nächsten Schritte zu entwickeln.

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