SIT IT-Tagung 2026
Nein, denn ein Mikro reichte. Die Botschaften waren lautstark und prägnant auf der diesjährigen, sehr erfolgreichen IT-Tagung der Südwestfalen-IT. Über 80 IT-Koordinatoren und Digitalexperten aus dem Verbandsgebiet, drei hochkarätige Speaker, branchen- und fachbezogene Präsentationen, inspirative Workshops und fünf einflussreiche Partneraussteller – am 12. und 13. März 2026 ging es übergreifend um das Thema „Digital gewappnet: resiliente Kommunen gestalten“. Ein Rahmenprogramm, das sich sehen lassen konnte.

Schließen Sie einmal Ihre Augen
„Denken Sie an folgende Situation in der Kommune und an das Bürgerbüro: Es ist 9.15 Uhr, die Menschen warten. Sie möchten Dokumente abholen, eine KFZ-Anmeldung durchführen, und das neugeborene Kind anmelden. Dann sagt plötzlich jemand: ‚Das System ist heute nicht erreichbar‘“, so leitete Mirco Pinske, Geschäftsführer der SIT, in das Event ein. Ein klares Szenario, das eine direkte Aktion erfordert. Die Funktionsfähigkeit unseres Staates hängt mitunter von funktionierender IT ab, vor allem der kommunalen IT. Resilienter IT.
Resilienz ist heute der entscheidende Faktor für eine leistungsfähige Verwaltung. Dabei geht es um weit mehr als IT-Sicherheit. „Resilienz bedeutet stabile Systeme, belastbare Prozesse und eine klare Organisation“, ergänzte Mirco Pinske. „Es bedeutet eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen IT, Verwaltung und Dienstleistern. Und es bedeutet auch, unter Druck handlungs- und entscheidungsfähig zu bleiben.“ Dabei darf der Blick nach vorne nicht vergessen werden. Denn Resilienz heißt ebenfalls, neue Entwicklungen frühzeitig aufzugreifen, Innovationen zu prüfen und sich mit den Technologien von morgen zu beschäftigen. Diesen inhaltlich vielfältigen Spagat bildete die SIT an zwei Tagen in Workshops, durch Vorträge und einen intensiven Netzwerk-Austausch mit Kunden und Partnern ab.
Shit in, Shit out: Wir „trainieren“ diese Dinger
Keynote-Speaker Christian Bredlow brachte es in seinem Vortrag „Say Hi! to AI!“ auf den Punkt. Wir kommen zwar nicht mehr wirklich hinterher, aber wenn wir Ideen haben, haben wir Optionen. Optionen, die uns Zeit sparen, die uns den Arbeitsalltag erleichtern, bei denen wir endlich wieder kreativ sein können – wenn wir es richtig machen! „Digitalisierung geht nicht mehr weg. KI geht nicht mehr weg“, so Bredlow. „Aber die Maschine braucht Training und Prompting ist krasse Kunst. Lasst uns also wieder Spielkinder sein und das Digital Mindset verändern.“ Zu den Geheimzutaten für erfolgreiches Produzieren und Entscheiden zählen für den Experten allen voran die digitale Fitness, eine unterstützende Fehlerkultur sowie Führungskräfte, die als Vorbilder agieren – ganz nach dem Motto „MacGyver yourself“.

Von der KI-Spielwiese zum Hacking-Einfallstor
Die bekannten KI-Tools sind nützlich, aber eröffnen viele neue Hacking-Wege, u. a. basierend auf sensiblen und personenbezogenen Daten, die von Anwendern hochgeladen und geteilt werden. Maurice Fielenbach, Head of CERT bei der r-tec IT Security GmbH, wies in seinem Vortrag „Moderne Angriffswege ins kommunale Organisationsnetz“ auf die Schattenseiten des „Ausprobierens“ hin. Technische Schwachstellen, Passwörter oder der direkte Zugriff über Phishing mit Malware bilden weitere Einfallstore, über die sich Angreifer Zugang zu unseren Netzen verschaffen. „Der Mensch bleibt dabei die größte Bedrohung“, betont Fielenbach. „Die wichtigsten Gegenmittel sind daher Aufklärung, Wachsamkeit und eine gelebte Sicherheitskultur."

Security wird niemals abgeschlossen sein
Sind wir in Südwestfalen, in NRW, auf Sicherheitsvorfälle vorbereitet? Wie verwundbar sind wir? Wie sieht es bundesweit aus? Dirk Kunze, Managing Director Cyber Resilience Lab, sowie Oberst Guido Schulte, CISO der Bundeswehr, teilten ihre Ansicht zur Bedrohungslage mit den Gästen der IT-Tagung. Als Autor und Herausgeber des Resilienzmonitors 2025 befasst sich Dirk Kunze schon länger mit der kommunalen Krisenfestigkeit. Was passiert eigentlich, wenn die IT streikt oder die nächste Stromleitung ausfällt? Wie gehen wir damit um, wenn wir keinen Zugriff auf das Rechenzentrum haben? Wie sieht die Leistungserbringung von Städten und Gemeinden aus, wenn nichts mehr geht? Für Kunze, und basierend auf der aktuellen Erhebung, steht eines fest: „Wir können uns nicht erholen! Denn das Wiederherstellen der Leistungserbringung ist nicht mit der Wiederherstellung der IT-Betriebsfähigkeit gleichzusetzen. (Cyber-)Resilienz ist eine Führungsaufgabe, die angenommen und gelebt werden muss. Die IT unterstützt dabei die Leistungsprozesse der Verwaltung.“

Schutz vor Auftrag vs. Auftrag vor Schutz
Oberst Guido Schulte arbeitet ebenfalls ressortübergreifend an gesamtgesellschaftlichen Cyber-Resilienz-Themen und kann den Thesen seines Vorsprechers nur zustimmen: „Alle Bürger-Identitäten liegen in den Kommunen, genauso wie die Grundversorgung. Daher machen Sie bitte weiter so, machen Sie es richtig.“ Mit diesem Impuls bedankte sich Schulte für die Arbeit, die die SIT mit ihren 72 Verbandsmitgliedern leistet, und betonte deren Wichtigkeit. Die Bundeswehr stellt sich stetig Sabotagen und Spionage, die gesamtstaatliche Auswirkungen haben. Die Angriffsflächen werden größer, die Gefährdungslagen nehmen zu. „Wir brauchen Automatisierungen und technische Unterstützung, um Infrastrukturen und Informationstechnik abzusichern“, so Schulte. „Und dabei ist die kommunale (Cyber-)Resilienz wesentlich von handelnden Akteuren abhängig.“ Das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat muss aufrechterhalten werden. „Jeglicher Angriff zielt darauf ab, auf den Menschen zu wirken, das Vertrauen zu untergraben. Daher müssen wir bereits weit vorher vorbereitet sein“, so Schulte. Reaktionszeiten, Krisenmanagement, aktive Verteidigungspläne – Souveränität heißt auch, einen Plan B in der Tasche zu haben.

Robust, sicher und benutzerfreundlich
„Wir können nur zufrieden sein, wenn Ihre Bürger zufrieden und begeistert sind“, so Mirco Pinske. „Digitale Verwaltung ist heute viel mehr. Sie ist ein Gesamtspiel und Teil der staatlichen Handlungsfähigkeit. Und deshalb müssen wir auch unter Druck Leitplanken schaffen.“ Untermauert wurden die Vorträge der Fachexperten durch die strategischen und visionären Präsentationen aus den SIT-Fachbereichen Unternehmensentwicklung, Service, Produktmanagement und IT-Sicherheit sowie thematisch anknüpfenden Workshops.
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